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Sigmund FREUD und seine psychoanalytische Perönlichkeitstheorie

(Script 1994)

FREUDs Theorie gehört in die Reihe der mechanistischen Modelle bezüglich der grundlegenden Sichtweise vom Wesen des Menschen: Der Mensch ist prinzipiell als eine reaktive Einheit konzipiert und reagiert auf innere Auslösebedingungen.

Die psychoanalytische Theorie hat heftige Kritik hinnehmen müssen, aber ohne FREUD wäre die Psychologie in der heutigen Form nicht denkbar. So stellt seine Konzeption zumindest eine Theorie mit ungeheurem heuristischen Wert da.

Die Psychoanalyse ist gleichzeitig eine Prozeß- wie auch Strukturtheorie und es gibt kein Feld menschlichen Erlebens und Handelns, zu dem sie nicht zu sagen hätte. Das psychoanalytische Modell geht im wesentlichen von subjektinternen Determinanten des Verhaltens aus. Diese internen Verhaltensbedingungen sind zu einem großen Teil dem bewußten Erleben nicht zugänglich.

FREUD unterscheidet zwei Modi des menschlichen Bewußtseins, das Bewußte und das Unbewußte: Das Unbewußte teilt sich in zwei weitere Teilsysteme: Das Vorbewußte und das eigentliche Unbewußte.

Das Vorbewußte ist leicht bewußtseinsfähig, also ins Bewußte zu überführen, während das beim eigentlichen Unbewußten nur unter großen Schwierigkeiten möglich ist.

Diese drei Modi (Bewußte, eigentliches Unbewußtes, Vorbewußtes) finden sich nun in unterschiedlichen Anteilen in drei Instanzen der Psyche wieder, die wiederum unter drei unterschiedlichen Prinzipien funktionieren:

Das ES : Das ES gehört im wesentlichen dem Unbewußten an und ist das System der primitiven Triebe, alles was ererbt oder konstitutionell festgelegt ist.
Das ES funktioniert nach dem Lustprinzip, d.h. strebt ohne Rücksicht auf Konsequenzen nach sofortiger und unmittelbarer Befriedigung seiner Motive und Impulse.

Das ICH : Das ICH ist das denkende und planende System und arbeitet unter dem Realitätsprinzip:
Es vergleicht zum einen die wahrgenommene Realität mit den Forderungen des ES und beurteilt die Konsequenzen, um das ES gegebenenfalls durch Abwehrmechanismen in Schach zu halten, zum anderen erledigt es diese Aufgabe auch gegenüber dem ÜBERICH. Somit kann es eine Art Vermittlerrolle innehaben.

Das ÜBERICH : Diese Instanz repräsentiert sozusagen die Gemeinschaftserfahrungen oder die verinnerlichte Außenwelt des Individuums, besteht aus Moral und internalisierten Normen und funktioniert nach dem Moralitätsprinzip.
Es gliedert sich nämlich noch in zwei Teilsysteme, das ICHIDEAL und das GEWISSEN.
Während das Gewissen alle Verbote und andere Beschränkungen des Verhaltens internalisiert und ihre Übertretungen z.B. mit Scham oder Reue quittiert , also sozusagen eine bestrafende Instanz ist, enthält das ICHIDEAL die gemeinschaftlich erlebten positiven Verstärker und belohnt mit emotionalen Reaktionen wie z.B. Stolz.

ES und ÜBERICH stehen im Gegensatz zueinander und bedürfen in ihren Anforderungen deswegen der vermittelnden Funktion des ICH , das die Selbstbehauptung des Individuums aufrechterhält.

An der Basis postuliert FREUD zwei Grundtriebe: EROS und den Destruktionstrieb, später Thanatos genannt, die in jeder Handlung in variierenden Mischungsverhältnissen beteiligt sind.

EROS ist sozusagen zur Produktion und Erhaltung bzw. Bindung da, der Destruktionstrieb treibt zur Auflösung und Zerstörung.

Die Energie des EROS nennt FREUD Libido , die Energie von THANATOS wurde später Destrudo genannt.
Libido ist bei FREUD im wesentlichen sexuelle Energie, die sich zu Beginn hauptsächlich auf das Individuum selbst richtet und dort an bestimmte erogene Zonen narzißtisch gebunden ist. Sobald Libido auf Objekte gerichtet wird, also vom eigenen Körper abgezogen wird, spricht man von Objektlibido. Wird die Objektlibido auf das Objekt festgelegt, spricht man von Fixierung.
Libidofixierungen sind ganz wesentlich mit für die Herausbildung individueller Persönlichkeitsmerkmale verantwortlich. Libidonöse Besetzungen verfeinern sich immer weiter und das ICH lernt immer besser, die Lustbilanz zu optimieren. Bestimmte Fixierungen in den unten beschriebenen Phasen sorgen für die Ausformung ganz bestimmter Charaktertypen.

Bei diesen verschiedenen Stadien der Libidoentwicklung muß berücksichtigt werden, daß FREUD unter Libido sexuelle Energie versteht und somit eine infantile Sexualität erkennt, in der von Phase zu Phase verschiedenne erogene Zonen dominieren.

- Orale Phase: In der sich etwa über das erste Lebensjahr erstreckenden Phase ist der Mund die dominierende erogene Zone. Die Phase teilt sich in zwei Unterphasen, die oral-rezeptive und oral-sadistische Phase. In ersterer kommt es zu einer Stimulation des Mundes und der Schleimhäute, sie ist eher passiv, zweitere spätere Teilphase ist eher aggressiv und geht einher mit der ersten Zahnung. Hier tritt erstmals die Destrudo in Erscheinung.

- Anale Phase: Vom zweiten bis dritten Lebensjahr. Erogene Zone sind die Ausscheidungsorgane, vor allem die Analregion. In der Regel setzt in dieser Phase die Reinlichkeitserziehung ein. Das Kind bekommt anhand seiner Exkremente gegenüber der Umwelt sozu sagen eine Waffe in die Hand, es kann retentiv (zurückhalten) oder expulsiv (ausscheiden) handeln. In der Bewältigung dieser Phase -vermutet FREUD- werden die Grundlagen für eine Reihe wesentlicher Persönlichkeitsmerkmale gelegt.

- Phallische Phase: ungefähr vom vierten bis sechsten Lebensjahr. Die Genitalien werden als dominante Lustquelle entdeckt. Mit dieser Entdeckung kommt es zur Entwicklung des Ödipuskomplexes bzw. Elektrakomplexes. FREUD unterstellt beim männlichen Kind inzestuöse Wünsche, die sich auf die Mutter richten und damit verbundene Ängste gegenüber den Eltern, kastriert zu werden (Kastrationsangst). Als Abwehrmechanismus identifiziert sich der Junge mit dem bedrohlichen Vater (Identifikation s.u.) und erhält sich sowohl Wohlwollen des Vaters als auch Zuwendung der Mutter. Bei weiblichen Kindern unterstellt FREUD Penisneid, für das fehlende Geschlechtsteil ist die Mutter verantwortlich. Das führt dazu, das der Vater zum bevorzugten Liebesobjekt wird und es erfolgt eine Identifizierung mit der Mutter.

- Latenzphase: Die Komplexe werden verdrängt und das Kind tritt zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr in die Latenzphase ein. Die Libido richtet sich jetzt zunehmend aus den vertrauten Kreis der Familie heraus auf Freunde und Spielkameraden , es kommt zu sexuellen Erkundungen ('Doktorspiele')

- Genitale Phase: Sie tritt mit der Funktionsreife der Sexualorgane ein, die sexuelle Spannung erhöht sich gegenüber der letzten Phase wieder . Die narzißtische Libido wird zunehmend abgezogen und auf Personen gerichtet. Die Ödipusphase gewinnt erneut an Aktualität, es kann zu homosexuellen Kontakten kommen.


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FREUD unterscheidet mehrere Formen der Angst, die durch unterschiedliche Mechanismen bewältigt wird.

Die Realangst bezieht sich auf Gefahren und Gegebenheiten der Außenwelt,
die neurotische Angst hat ihre Ursache in möglicherweise übermächtigen Impulsen aus dem ES, auf deren Ausführung Strafe stehen könnte.
Die neurotische Angst wird dann zu einer wirklichen Angst vor der Strafe. Ist die Verdrängung der Impulse unvollständig, können Derivate der Impulse ins Bewußtsein vordringen und eine scheinbar ursachenlose Angst auslös.
Eine weitere Angst ist die Gewissensangst, die bei einem übermächtigen ÜBERICH auftritt. Die auch nur rein gedankliche Ausführung von internalisierten Geboten und Verboten führt zu Schuldgefühlen, die wiederum Angst vor einem schlechten Gewissen in der Zukunft heraufbeschwören.

ABWEHRMASSNAHMEN:

Kann eine Person über keine Abwehrmaßnahmen gegen Angst disponieren, kommt es zu einer traumatischen Angst, die in Apathie endet.
Eine andere Möglichkeit der Bewältigung ist der Ausbruch ungezügelter Aggressivität (Panik).
Weitere Bewältigungsmaßnahmen sind psychopathologische Störungen wie Perversionen, Zwangshandlungen, Manien, Tics, Phobien, Psychosen.

Normalerweise aber greifen Menschen auf die sogenannten Abwehrmechanismen zurück. Einige der Abwehrmechanismen:

Verdrängung: Das ist sozusagen "motiviertes Vergessen" : Events werden so unterdrückt, das sie aus dem Bewußtsein verschwinden.

Identifikation: Dabei werden Verhaltensweisen und Stile anderer Personen verinnerlicht, weil bestimmte Motive in der Realität nicht mehr befriedigt werden können. Z.B. die Identifikation in der phallischen (ödipalen) Phase.

Projektion: Verlegung unbefriedigter oder uneingestandener Motive in die Außenwelt. (Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose)

Reaktionsbildung: Kontrolle von unbefriedigten oder uneingestandenen Motiven durch die Verkehrung der eigentlichen Reaktion ins Gegenteil (Unerwiderte Liebe wird zu Haß).

Rationalisierung : Intellektualisierung oder Verschleierung eigentlich emotionaler Motive.

Sublimierung : Unbefriedigte libidonöse Impulse werden auf Objekte verschoben , an denen eine Befriedigung möglich ist. (Unerfüllter Kinderwunsch wird zum Berufswunsch "Lehrer(rin)").

Regression: Rückfall in primitivere Formen der Motivbefriedigung, z.B. infantile Verhaltensweisen.

Abwehrmechanismen treten grundsätzlich dann ein, wenn eine Motivbefriedigung nicht oder überhaupt nicht verwirklicht werden kann. Die Blockierung der Triebbefriedigung erzeugt Angst, die so bewältigt wird. Die Abwehrmechanismen gehören dem UNBEWUSSTEN an.

Aus den oben geschilderten Phasen können sich im Verlauf der Entwicklung durch die Fixierung libidonöser Energie auf bestimmte Objekte in der Persönlichkeit konstante Persönlichkeitsmerkmale herausbilden, die auf die Bewältigung der oralen Phase, analen Phase und der genitalen Phase zurückgehen.

So unterscheidet ABRAHAM drei Charaktertypen: Den oralen , analen und genitalen Typ. Freud selbst hat eine solche Kategorisierung nicht systematisiert.

KRITIK :

Drei wesentliche Kritikpunkte sind zu registrieren.

- Es gibt nur eine unzureichende Datenbasis der Psychoanalyse.

- Psychoanalytische Begriffe sind nur schwer oder praktisch gar nicht zu operationalisieren, es existiert derweil kein methodologischer Standard, nach dem die Theorie angemessen in ein Methodenfeld übersetzt werden kann.

- Psychoanalytische Erklärungshypothesen sind undeterminiert: Ihre Konstrukte sind auch anwendbar, wenn das gegenteil des Vorausgesagten eintrifft, z.B. kann der Abwehrmechanismus der Reaktionsbildung jederzeit als eine Erklärung herangezogen werden, wenn das Gegenteil des theoretisch erwarteten Zusammenhangs eintritt. Das ist eine Immunisierung, die Aussagen der Theorie beliebig macht.

Dazu kommt ein starker mechanistischer Aspekt, der u.a. dazu geführt hat, daß ADLER und JUNG schließlich FREUDS Kreis verließen.


Wenn Sie Vorschläge, Korrekturen oder einfach nur Grüße für mich haben, können Sie diese an u.a. E-Mail oder ohne E-Mail per Kurznachricht versenden:

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