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Theorie der kognitiven Dissonanz

Die Theorie der kognitiven Dissonanz läßt sich in eine Reihe von Theorien der sogenannten kognitiven Konsistenz einordnen, denen allen die Annahme gemeinsam ist, daß dem Menschen eine Tendenz zur Reduktion interner Widersprüche bezüglich Kognitionen, Überzeugungen und Handeln innewohnt.

Im Zentrum der Dissonanztheorie stehen die motivationalen Auswirkungen der Beziehungen zwischen den kognitiven Elementen. Unter kognitiven Elementen werden dabei z.B. Wissensressourcen , Bewertungen oder Überzeugungen subsummiert.

Diese kognitiven Elemente können sich sowohl konsonant wie auch dissonant (oder auch gar nicht) zueinander verhalten. Wie der Name der Theorie schon aussagt, fokussiert sie auf kognitive Elemente, die einander widersprechen.

Dies kann man am Bespiel eines Rauchers verdeutlichen:

Zum einen weiß der Raucher um die gesundheitlichen Gefahren durch die inhalierten Schadstoffe. Auf der anderen Seite weiß er, daß er raucht, bzw. handelt er der Erkenntnis der Gefahr zum Widerspruch.
Dieser Widerspruch erzeugt eine kognitive Spannung, auf die der Raucher entweder dadurch reagieren kann, daß er das Rauchen einstellt oder er die Erkenntnis der Gefahr modifiziert, ignoriert oder anders kognitiv verarbeitet.
Z.B. wurden bei einer Umfrage Testpersonen danach befragt, ob ihrer Meinung nach der kausale Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Rauchen ausreichend bewiesen sei. Dabei wurde auf verschiedene Rauchergruppen (schwache bis starke Raucher) und eine Nichtrauchergruppe zurückgegriffen. Je mehr die Testpersonen rauchten, desto weniger waren sie von der Evidenz des o.g. Zusammenhanges überzeugt.

Offensichtlich gibt es Prozesse, die einsetzen, um kognitive Strukturen, die in Widerspruch geraten, wieder in die Konsonanz zu zwingen, indem z.B. Überzeugungen verändert bzw. Informationen gar vermieden werden.

In diesem Kontext ist auch eine Hypothese zu sehen, die social support als Methode der Dissonanzreduktion postuliert:

In einer religiösen Sekte, die den Weltuntergang prognostiziert hatte, wurde nach Verstreichen des vorhergesagten Weltuntergangsdatums verstärkte, geradezu hektische Missionstätigkeit beobachtet, um die offensichtlich angekratzten Überzeugungen zu retten.

Wahrgenommene kognitive Dissonanz motiviert dazu , Verhaltenweisen hervorzubringen, die Dissonanz vermindern.

Die meisten empirischen Befunde zur Theorie stammen weniger aus Feldstudien sondern eher aus Experimenten, bei denen die Testpersonen angewiesen wurden, ein Verhalten zu zeigen, daß sie normalerweise nicht zeigen bzw. als negativ ansehen würden.
Die (so bewertete) Negativität des Verhaltens stand also im Gegensatz dazu, daß es trotzdem ausgeführt werden mußte bzw. war dissonant zu dem Wissen, daß man das Verhalten gezeigt hatte. Die Prognose war nun, daß Testpersonen die Dissonanz zwischen dem Wissen, daß sie persönlich die Handlung negativ bewerteten und dem Wissen, daß sie die Handllung ausgeführt hatten, dadurch reduzieren würden, daß sie die Handlung irgendwie rechtfertigten.

Diese Typen von Studien werden "Erzwungene Einwilligung" oder "Unzureichende Rechtfertigung" genannt. Das klassische Experiment dazu wurde von Festinger und Carlssmith 1959 durchgeführt:

Testpersonen wurden gebeten , an einem Experiment teilzunehmen, daß so gestaltet wurde, daß es sehr langweilig und uninteressant war. Danach wurden die Teilnehmer aufgefordert, bei potentiellen Testpersonen für das Experiment zu werben und zwar entgegen der Natur des Experiments: Es sei sehr abwechslungsreich und hochinteressant. Dafür bekamen sie unterschiedlich hohe Belohnungen. Danach wurden sie selbst gebeten, das Experiment zu bewerten. Die Versuchsgruppe mit der niedrigeren Belohnung bewertete das Experiment als interessanter als die andere Gruppe.

Offensichtlich hatte die hohe Belohnung die Funktion einer konsonanten Kognition, so daß die Dissonanz zwischen dem Wissen 'Langweiliges Experiment' und der Werbemaßnahme 'Interessantes Experiment' nicht reduziert werden brauchte. Bei der Gruppe mit der niedrigen Belohnung hatte der äußere Anreiz der Belohnung jedoch die Dissonanz nicht genügend reduziert bzw. war eine unzureichende Rechtfertigung , so daß die Einstellung verändert wurde.

Ein ähnlicher Effekt unter dem Einbezug eines bestraften Handelns wurde bei einem Experiment mit Kindern erzielt, die durch Androhung unterschiedlich schwerer Strafen daran gehindert wurden, mit von ihnen zuvor als besonders attraktiv bewerteten Spielzeug zu spielen.
Die Gruppe der Kinder, denen eine größere Strafe angedroht wurde, schätzten in einer zweiten Bewertung die Attraktivität des Spielzeugs eher höher ein. Bei der Gruppe mit der milden Strafe dagegen nahm die Attraktivitätsbewertung der Spielzeuge eher ab.

Hier stand das Wissen um den Genuß des Spielens im Gegensatz zu dem Wissen, daß nicht gespielt wurde. Eine große Strafe ist ein annehmbares Äquivalent zur Rechtfertigung des Nichtspielens, eine geringe offensichtlich eine unzureichende Rechtfertigung, weshalb die Attraktivität des Spielzeugs zur Verminderung der Dissonanz herabgesetzt wird.

Für die traditionelle Motivationsforschung liegt die Relevanz der Dissonanz in Annahmen, die die Dissonanz als einen Quasitrieb wie etwa Hunger versteht. So kann Dissonanz Verhalten beeinflussen und steuern und ihr Abbau sogar im verhaltenstheoretischen Sinn als Verstärker wirken. Zu der motivationalen Funktion der Dissonanz gab es Experimente in Verbindung mit den Trieben Hunger und Durst:

Vor einem Scheinexperiment wurden Testpersonen gebeten, das Ausmaß ihres Hungers zu beurteilen. Zuvor hatte man sie gebeten, auf Essen zu verzichten. Nach dem Experiment wurden sie gebeten, weiterhin nichts zu sich zu nehmen und später an einem zweiten Experiment teilzunehmen. Einer Gruppe wurde dafür eine Belohnung angeboten, um die Dissonanz zu veringern, der anderen nicht . Danach wurden die Testpersonen erneut gebeten , ihren Hunger einzuschätzen. Die Gruppe mit der verringerten Dissonanz war im Vergleich zur ersten Evaluation hungriger, die zweite Gruppe, der keine Belohnung zuteil wurde, war weniger hungrig als zuvor. Sicherlich hatte sich nicht der physiologische Mangelzustand geändert, wohl aber die kognitive Repräsentation des Appetites.

Versuche mit ähnlichem Aufbau und prinzipiell gleichen Ergebnissen wurden auch bezüglich der Schmerzwahrnehmung bzw. der Schmerzaversivität durchgeführt Auch hier änderten sich die Kognitionen der Testpersonen , die sich mit einer hohen Dissonanz auseinandersetzen mußten dergestalt, daß ihr Schmerzempfinden in seiner kognitiven Repräsentanz als niedriger eingeschätzt wurde


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