WM-Spiele und Testspiele der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft 2011
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6. Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland
vom 26. Juni bis 17. Juli 2011


Deutschland - Frankreich    Deutschland - Nigeria    Deutschland - Kanada     Die Testspiele 2011
 


 

Die Spiele der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der WM 2011


9. Juli 2011

Japan wirft Deutschland mit 1 : 0 nach Verlängerung aus dem Turnier


Erst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu: Deutschland wird auf seinen dritten Weltmeistertitel noch mindestens vier Jahre warten müssen. Nach 120 Minuten Kampf triumphierte in Wolfsburg vor 26000 Zuschauern das japanische Team nicht unverdient durch ein Tor in der 108. Minute. Die deutsche Mannschaft vergab rund zwei Dutzend guter Gelegenheiten zum Torerfolg, doch die 100-Prozent-Chance war bei genauerer Betrachtung nicht dabei. Silvia Neids Frauen waren die meiste Zeit offensiv und feldüberlegen. Ihr Rezept war es, die Japanerinnen schon früh körperbetont zu stören und offensiv mit hohen Bällen in den japanischen Strafraum zu kommen, um dann die Kopfballchance zu nutzen. Das Konzept ging auch weitgehend auf, doch der Torerfolg stellte sich einfach nicht ein. Von bloßem Pech zu sprechen, wäre jedoch zu einfach - immerhin hatte man eine Schiedsrichterin, die dem deutschen Konzept entgegenkam, denn sie ließ sehr viel laufen. Japan aber kämpfte aufopfernd und stemmte sich ebenso körperbetont gegen die deutsche Offensive. Mehrere gelbe Karten für die Asiatinnen zeigten, dass auch die Technikerinnen aus dem fernen Osten ihr Konzept erfolgreich einsetzten und gegen das körperbetonte Spiel der Deutschen hielten. Sie gewannen die Verteidigungsschlacht am Ende durch einen Konter und die Nutzung einer ihrer vergleichweise wenigen Chancen.

Die Partie begann mit einem Schock für das deutsche Team: In der dritten Minute verletzte sich Kim Kulig nach einer guten Kopfballmöglichkeit (knapp über das Tor) und mußte ausgewechselt werden. Für sie kam Bianca Schmidt, die eine sehr gute Leistung zeigte, aber eben nicht die offensiven Impulse geben konnte, die Kulig ausgezeichnet hatten.
Die deutsche Mannschaft begann sehr druckvoll, ließ Japan überhaupt nicht zu seinem Spiel kommen und in der ersten halben Stunde sah es aus, als wäre es nur eine Frage der Zeit bis zum ersten deutschen Tor.
Garefrekes drang in der 9. Minute gefährlich in den Strafraum ein, doch ihre Hereingabe kurz vor das Tor fand keine Abnehmerin. Ein erster gefährlicher Freistoß von der rechten Seite durch Behringer in der 14. Minute fand keinen Kopf, doch zeigte sich hier das angestrebte deutsche Konzept. Japan feuerte seinen ersten Schuß in der 15. Minute ab, bereitete Angerer jedoch keine Probleme. In der 20. Minute verzog Celia Okoyino da Mbabi einen Flachschuß, der nur knapp am Tor vorbeiging. In der 23. Minute hatte Garefrekes eine gute Möglichkeit nach einem Behringer-Freistoß.
Dann aber zeigten die Japanerinnen ihre Gefährlichkeit: In der 30. Minute tauchte Nagasato halbrechts und unbehindert vor Angerers Tor auf, verzog ihren Schuß in die lange Ecke jedoch nach außen - die vielleicht beste Chance des ganzen Spiels.
Die deutsche Mannschaft antwortete mit zwei weiteren Gelegenheiten, einem Schuß von Behringer, der das Tor knapp verfehlte, und einer Chance Okoyino da Mbabis, die jedoch nur gleichzeitig mit der japanischen Torfrau an den Ball kam... nur eine Zehntelsekunde schneller und es wäre wohl geschehen.
Danach ging dem deutschen Team bis zur Pause etwas die Luft aus, doch das Tempo blieb unvermindert hoch.

Nach der Pause kamen Grings (48.) mit einem Schuß, Laudehr mit einem Kopfball knapp vor die japanische Torlinie (56.) und Behringer durch einen Freistoß (58.) zu weiteren guten Gelegenheiten. Japan hatte durch einen Ando-Schuß (62.) eine Möglichkeit.
Danach gelang es den Japanerinnen, die Partie eher ausgeglichen zu gestalten, die deutschen Chancen wurde sichtlich weniger. Gegen Ende der regulären Spielzeit drehte das Neid-Team aber noch einmal auf und drängte auf die Entscheidung, Garefrekes und Okoyino da Mbabi kamen in der Nachspielzeit zu Chancen und hätten mit etwas mehr Glück das Spiel entscheiden können.

In der Verlängerung änderte sich das Bild nicht, Behringer mit einem Schuß (105.), Grings nach einem japanischen Verteidigungsfehler (106.) und Okoyino da Mbabi (107.) vergaben gute Möglichkeiten.
In der 108. Minute tauchte dann Karina Maruyama halbrechts vor dem deutschen Tor auf und kam aus wenigen Metern und spitzem Winkel zum Schuß. Angerer wählte verhängsnisvollerweise die kurze Ecke, doch der Ball kam lang und Japan führte.

Maruyama nimmt Maß zum deutschen WM-KO.
Maruyama nimmt Maß zum deutschen WM-KO.

Das deutsche Team, inzwischen erschöpft, gab nicht auf und kam zu weiteren, freilich nicht mehr allzu zwingenden Gelegenheiten, doch es reichte nicht mehr: Der Weltmeister schied aus.
Die deutschen Spielerinnen boten durchweg eine gute Leistung. Hervorheben muß man aber die Leistungen von Melanie Behringer, Saskia Bartusiak und Babett Peter.

Das von der Fußball-Frauen des DFB in den letzten Jahrzehnten verwöhnte Publikum muß nun als nächstes großes Turnier die Europameisterschaft 2013 in Schweden ins Auge fassen, denn ein französischer Elfmeter und das Tor Maruyamas haben letzten Endes Deutschland auch die Olympiateilnahme 2012 in London gekostet - Schweden und Frankreich haben sich als beste europäische Teams dagegen qualifiziert.
Es besteht aber trotzdem kein Grund zu großer Klage über die Nationalmannschaft, denn obwohl es in zwei Spielen bei dieser WM etwas hakelte, hat das Team von Silvia Neid eine sehr gute Leistung gezeigt. Aber so ist der Fußball. Manchmal reicht das eben nicht und es kann eben nur einer gewinnen.

So spielte die deutsche Mannschaft:

Nadine Angerer
Linda Bresonik
Lena Goeßling (64.)
Annike KrahnSaskia BartusiakBabett Peter
Kim Kulig
Bianca Schmidt (8.)
Simone Laudehr
Kerstin GarefrekesCelia Okoyino da MbabiMelanie Behringer
Inka Grings
Alexandra Popp (102.)

Tore: 0 : 1 Karina Maruyama (108.)

Japan spielte mit:
Kathori - Kinga, Iwashimizu, Kumagai, Sameshima - Ohno [Iwabuchi (66.), Utsugi (116)] Sakaguchi, Sawa, Miyama - Ando, Nagasato (Maruyama (46.).

Schiedsrichterin war Frau Alvarado (Mexiko).



5. Juli 2011

Deutschland schlägt nach einem spannenden Spiel Frankreich mit 4 : 2 (2:0)


Das Team von Silvia Neid zeigte eine disziplinierte und konzentrierte Leistung gegen Frankreich, dass in der ersten Halbzeit kalt erwischt wurde. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich das Treffen zu einer spannenden Partie. Star der Partie war vor allen Spielerinnen die deutsche Trainerin, deren Multitasking sowohl ihre gelb vorbelasteten Leistungsträgerinnen für das weitere Turnier schützte als auch die Mannschaft optimal gegen die Französinnen einstellte und gleichzeitig demonstrierte, dass eine verletzte oder formschwache Spielerin sofort gleichwertig ersetzt werden kann, von der wertvollen Praxis für die Ergänzungsspielerinnen ganz zu schweigen.

Die Aufstellung von Silvia Neid sorgte für reichhaltigen Gesprächsstoff. Eine konsequente Entscheidung war die Reserve-Rolle für Rekordnationalspielerin und Kapitän Birgit Prinz, die zuletzt von der Presse gehetzt wurde und nun, da dieser Druck von ihr genommen wurde, vielleicht mit einer neuen Rolle die Möglichkeit hat, ihr Tief zu überwinden.
Die Bundestrainerin nahm außerdem die gesundheitlich etwas angeschlagene Linda Bresonik und die gelb vorbelastete Kim Kulik aus der Mannschaft. Letzteres ein Glücksgriff, denn der konsequent pfeifenden Schiedsrichterin Heikkinen saßen die gelben Karten locker, was sich m.E. übrigens sehr wohltuend auf das Spiel auswirkte.
Neid brachte Bianca Schmidt in der Viererkette und stellte Lena Goeßling auf die defensive Sechser-Position.
Für Birgit Prinz kam Inka Grings, die in der letzten Zeit ebenfalls nicht mit Parfüm bespritzt wurde - die Torjägerin dankte es der Trainerin mit zwei Toren.
Vor 45000 Zuschauern in Mönchengladbach lief außerdem mit Lira Bajramaj ein weiterer "Problemfall" auf und zeigte sich in der Summe der 90 Minuten deutlich auf dem Weg der Besserung, wenngleich die noch angeschlagene Melanie Behringer für mich weiter erste Wahl bliebt.

Über eine für die deutsche Mannschaft sonst fast obligatorische Schwäche konnte das deutsche Team in diesem Spiel nicht klagen: Die Chancenauswertung. Nach offensichtlich verordetem betont ruhigem und kontrollierten Beginn führte gleich die erste Großchance für Deutschland in der 25. Minute zur 1 : 0 Führung. Die "Kopfball-Bank" Kerstin Garefrekes konnte einen Freistoß von Babett Peter mit einem wuchtigen Kopfball zur Führung verwandeln.

1 - 0 durch Kopfball Garefrekes nach Freistoß Peter
1 - 0 durch Kopfball Garefrekes.

Die Französinnen, die nicht ins Spiel kamen, mußten dann schon mit der zweiten deutschen Torchance im Spiel das 2 : 0 hinnehmen, als Simone Laudehr in der 32. Minute auf der linken Seite durchbrach, flankte und den Kopf von Inka Grings fand.

2 - 0 durch Kopfball Grings auf Flanke von Laudehr
2 - 0 durch Grings, oben lauert Okoyino da Mbabi auf Abpraller.

Bis zur Pause kontrollierten die Deutschen dann ihre sichtlich beeindruckten Gegnerinnen.

Nach der Pause nahm Silvia Neid ihre letzte Gelbsünderin "in Schutzhaft", für Simone Laudehr kam Ariane Hingst zu ihrem ersten Einsatz bei dieser WM.
Nach der Pause aber begann auch ein neues Spiel: Frankreich fand mehr und mehr in die Partie.
In der 56. Minute führte dann die erste französische Torchance durch die für die wirkungslos gebliebene Thomis eingewechselte Marie Laure Delie zum Torerfolg. Die französische Torjägerin konnte sich nach einer Ecke zwischen zwei deutschen Spielerinnen durchsetzen und verwandelte per Kopf unhaltbar für Angerer.
Frankreich war wieder dran und wurde offensiver, die französische Deckung dafür anfälliger. In der 60. Minute scheiterte Inka Grings mit einem flach geschossenen Freistoß aus gefährlicher Distanz nur knapp an der französischen Torfrau.
In der 65. Minute bekam Lira Bajramaj wenige Meter vor dem französischen Tor den Ball und hätte vermutlich eingeschossen, wenn sie nicht von der Torfrau umgesäbelt worden wäre. Die finnische Schiedsrichterin pfiff nicht nur den fälligen Elfmeter, sondern zog auch mit der roten Karte für Sapowicz konsequent ihre Linie durch. Grings verwandelte den fälligen Elfmeter zum 3 : 1.
Der Platzverweis, die zahlenmäßige Unterlegenheit und der Rückstand stoppte die Klassemannschaft aus Frankreich jedoch nicht. In der 72. Minute gelang Laura Georges, erneut nach einer Ecke und in ähnlicher Position wie zuvor Delie, erneut per Kopfball der Anschlußtreffer zum 3 : 2.
In der 73. Minute hatte Delie sogar die Chance zum Ausgleich, verfehlte das Tor aber.
Die deutsche Mannschaft nützte nun die entstehenden Lücken in der gegnerischen Hintermannschaft und wurde oft nur durch Fouls gebremst. Grings verfehlte in der 75. Minute mit ihrem Freistoß nur knapp das Tor, Abily rettete in der 76. Minute nach einem Da Mbabi-Schuß auf der Linie, der Nachschuss landete auf der Latte.
In der 89. Minute dann die endgültige Entscheidung durch zwei der besten deutschen Spielerinnen, als Grings per Kopf eine Flanke auf Okoyino da Mbabi verlängerte und diese ihre Leistung mit dem 4 : 2 krönte.

4 - 2 durch Okoyino da Mbabi
Okoyino da Mbabi setzt zum 4 - 2 an.

Frankreich gab allerdings auch jetzt nicht auf und Angerer mußte in der 90. Minute einen Abily-Schuß bzw. Heber über die Latte lenken.
Die eingewechselte Alexandra Popp hatte in der 92. Minute noch die Chance zum 5 : 2, schlug den Ball aber über das Tor.

So endete eine überaus unterhaltsames und spannendes Spiel mit einem verdienten Sieg des deutschen Teams, gleichbedeutend mit dem Gruppensieg und dem zweifelhaften Privileg, sich im Viertelfinale mit den starken Japanerinnen auseinandersetzen zu müßen, weil diese von den Britinnen überraschend auf den zweiten Tabellenplatz verwiesen wurden.

Sehr positiv aufgefallen sind mir in der deutschen Viererkette Babett Peter und Bianca Schmidt, welche das Vertrauen der Bundestrainerin reichlich belohnte.
Einmal mehr Extraklasse waren Garefrekes, Okoyino da Mbabi und Laudehr. Lena Goeßling blieb eher unauffällig und wurde in der zweiten Halbzeit in die Viererkette zurückbeordert. Die eingewechselten Hingst und Popp konnten sich nicht besonders auszeichnen, gehörten aber zu einer insgesamt starken deutschen Mannschaft.
Das Team von Frankreichs Trainer Bruno Bini, ebenfalls für das Viertelfinale qualifiziert, dürfte im Viertelfinale für die wieder erstarkten Engländerinnen eine extrem harte Nuss werden.

So spielte die deutsche Mannschaft:

Nadine Angerer
Bianca SchmidtAnnike Krahn
Alexandra Popp (78)
Saskia BartusiakBabett Peter
Lena GoeßlingSimone Laudehr
Ariane Hingst (46.)
Kerstin GarefrekesCelia Okoyino da MbabiLira Bajramaj
Inka Grings

Tore: 1 : 0 Kerstin Garefrekes (25.), 2 : 0 Inka Grings (32.), 2 : 1 Marie Laure Delie (56.), 3 : 1 Inka Grings (Foulelfmeter 68.), 3 : 2 Laura Georges (72.), 4 : 2 Celia Okoyino Da Mbabi (89.)

Frankreich spielte mit:
Sapowicz (65.) - Lepailleur, Georges, Renard, Boulleur - Soubeyrand, Bussaglia - Le Sommer (Deville (65.), Necib (Abily 46.), Thiney - Thomis (46. Delie).

Schiedsrichterin war Frau Heikkinen (Finnland).



30. Juni 2011

Deutschland erkämpft gegen Nigeria ein 1 : 0 (0 : 0)


Der Gastgeber spielte sich aus der Favoritenrolle und vorzeitig ins Viertelfinale. In einem abschreckend schlechten und hässlichen Spiel vor 43000 Zuschauern in Frankfurt war die grottenschlechte Schiedsrichterin die herausragende Akteurin auf dem Platz, denn die Leistung der Frau aus Südkorea war nicht einmal durch die Spielerinnen zu unterbieten.

Die Geschichte des Spiels ist kurz:
Die deutsche Mannschaft startete in der selben Formation wie gegen Kanada und hatte schon in der 2. Minute eine große Torchance, als Simone Laudehr die Unaufmerksamkeit einer nigerianischen Deckungsspieler nützen konnte, um noch den Fuß an den Ball zu bekommen, jedoch diesen nicht an der Torfrau vorbei bekam. Wie schon gegen Kanada begann die deutsche Mannschaft nervös, das Kombinationsspiel kam überhaupt nicht in Gang, Fehlpässe und individuelle Unsicherheiten begannen sich zu häufen und dominierten bis zum Ende des Spiels das Geschehen. In der 13. Minute unterbrach ein Kulig-Schuss aus rund 25 Metern kurz das Gekicke. In der 22. Minute dann die erste ansatzweise gefährliche Situation für das deutsche Tor, als Nigeria plötzlich 20 Meter vor dem Tor 3 gegen 2 hatte, aber die Gelegenheit kläglichst verstolperte. In der 28. Minute ein weiteres von der Schiedsrichterin ungeahndetes Foul an Behringer, welches zur Verletzung und Auswechslung der deutschen Offensivkraft führte.

Das Foul an der ballführenden Melanie Behringer
Das Foul an der ballführenden Melanie Behringer in der 28. Minute

Behringer war bis dahin noch einer der Lichtblicke im deutschen Team, die für sie kommende Popp konnte daran nicht anknüpfen. Krasse Fehlentscheidungen der Schiedsrichterin, meistens zu Ungunsten des deutschen Teams, auf der anderen Seite zahlreiche ungeahndete Fouls Nigerias hätten aber auch beim besten Willen kein ansehnliches Spiel zugelassen. Und das war bereits die Geschichte der ersten Halbzeit.
Die der zweiten Halbzeit ist noch kürzer: Die deutsche Mannschaft, durch die eigene persistente Unsicherheit und durch die skandalös schlechte Schiedsrichterin anderer Möglichkeiten beraubt, kämpfte (und foulte) zurück. In der 54. Minute kam es zu einem von zwei, drei durch Standardsituationen generierten Gewühlen vor dem nigerianischen Tor, ein erster deutscher Torschuß prallte vor die Füße von Laudehr und diese vollstreckte.

Simone Laudehr nimmt Maß zum 1:0 gegen Nigeria
Simone Laudehr nimmt Maß zum 1:0 gegen Nigeria

Der Treffer hatte übrigens große Ähnlichkeit mit Delies Treffer beim 1 : 0 von Frankreich gegen Nigeria. Erwähnenswert ansonsten noch die Chance von Kerstin Garefrekes, die in der 64. Minute aus rund 10 Metern eine Direktabnahme knapp am nigerianischen Tor vorbeilenkte. Nigeria dagegen blieb zum Glück für Deutschland über 90 Minuten absolut harmlos vor dem deutschen Tor, nicht zuletzt auch ein Verdienst der deutschen Verteidigung, in der man Krahn hervorheben darf. Bresonik wurde am Ende sogar eine der Chef-Antreiberinnen der Deutschen, aber beste Frau auf dem Platz war die unermüdlich kämpfende Simone Laudehr. Die Misere im deutschen Kombinationsspiel konnte aber weder durch die Auswechslung von Prinz und das Kommen von Grings noch durch Ausbrüche von Silvia Neid in der Coaching-Zone beendet werden. Nicht eine einzige sehenswerte Kombination war über die Dauer des Spiels zustande gekommen.
Zusammengefasst: Man sollte seine Hoffnungen auf einen Halbfinal-Einzug Deutschlands nicht zu hoch schrauben.

So spielte die deutsche Mannschaft:

Nadine Angerer
Linda BresonikAnnike KrahnSaskia BartusiakBabett Peter
Kim KuligSimone Laudehr
Kerstin GarefrekesBirgit Prinz
Inka Grings (56.)
Melanie Behringer
Alexandra Popp (30.)
Celia Okoyino da Mbabi
Lira Bajramaj (87.)

Tore: 1 : 0 Simone Laudehr (54.)

Nigeria spielte mit:
Dede - Ikidi, Ohale, Ebi, Ukaonu - Michael (Sunday 70.), Chickwelu, Mbachu (Ordega (85.), Orji (Aighewi 63.) - Nkwocha, Oparanozi.

Schiedsrichterin war Frau Cha (Südkorea).



26. Juni 2011

Deutschland schlägt im Eröffnungsspiel Kanada mit 2 : 1 (2 : 0)


Der Weltmeister startete mit einem glanzlosen Pflichtsieg in die WM im eigenen Lande. Die Frauen von Silvia Neid konnten über die gesamte Distanz gegen relativ harmlose Kanadierinnen ihre Nervosität nicht ablegen. Die deutsche Elf offenbarte dabei Schwächen im präzisen Zuspiel, in der Ballkontrolle und im Torabschluss. Offenbar ist der durch die Heim-WM hervorgerufene öffentliche Druck noch eine Belastung.

Für eine kleine Überraschung in der Aufstellung sorgte die Bundestrainerin in der Offensive. Allgemein hatte man erwartet, dass entweder Celia Okoyino da Mbabi oder Melanie Behringer spielen würden. Das beide gleich zu Beginn zum Einsatz kommen würden, war aber konsequent im Hinblick auf die hervorragenden Leistungen der beiden Spielerinnen in der Testphase. Routinier Inka Grings mußte deswegen vorerst die Bank drücken. Ansonsten entsprach die Aufstellung den Erwartungen.
Die Deutschen begannen nervös, viele Fehler im Abspiel und bei der Ballkontrolle signalisierten eine Reaktion auf den Trubel zuvor und die riesige Kulissen von über 73000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion.
In der 6. Minute gab es das erste Loch in der Viererkette und die bei Kanada herausragende Christine Sinclair tauchte allein vor Angerer auf, jagte den Ball aber weit über das Tor.

Deutschland - Kanada: 6. Minute Chance durch Christine Sinclair
Chance durch Christine Sinclair (Kanada) in der 6. Minute

Eine Schwäche in der kanadischen Abwehr sorgte in der 10. Minute für die erste deutsche Großchance, als Kerstin Garefrekes, eine der überragenden Akteurinnen, halbrechts in der Strafraum durchbrach, aber aus spitzem Winkel an der überraschend für Leblanc spielenden kanadischen Torhüterin McLeod scheiterte. Nur 30 Sekunden später aber konnte Garefrekes eine Flanke Babett Peters von der linken Seite nützen, um per Kopfball das 1 : 0 zu markieren.

Deutschland - Kanada: Das 1-0 durch Kerstin Garefrekes
1 : 0

Die Führung gab dem deutschen Team aber weder mehr Sicherheit im Pass-Spiel noch beeindruckte sie das kanadische Team. Gelegenheiten wie z.B. eine verunglückte Direktabnahme im kanadischen Strafraum durch Annike Krahn wechselten mit zahlreichen Ballverlusten im Mittelfeld, wo sich die Kanadier als energische Zweikämpferinnen erwiesen. In der 20. Minute sorgte eine scharfe, gefährliche Hereingabe durch Matheson für Gefahr vor dem deutschen Tor. In der 29. Minute konnte Angerer durch eine Parade nach einem 22-Meter-Schuss von Schmidt glänzen. In der 33. Minute verfehlte ein Kulig-Kopfball das kanadische Tor knapp.
In der 42. Minute rückte dann die kanadische Abwehr nicht schnell genug auf, Celia Okoyino da Mbabi bekam nicht im Abseits stehend den Ball und verwandelte ohne Probleme zum 2 : 0. Sie krönte damit ihre ausgezeichnete Leistung in der ersten Halbzeit, in der sie neben Kerstin Garefrekes die beste Spielerin war.

Deutschland - Kanada: Das 2-0 durch Okoyino da Mbabi
2 : 0

Auch in der zweiten Halbzeit glänzte Okoyino da Mbabi schon kurz nach Wiederbeginn durch einen Spurt in den kanadischen Strafraum, kam aber nicht mehr an den Ball. Die Kanadierinnen, auf zwei Positionen verändert, konzentrierten sich nunmehr auf die Mitte und die Deutschen kamen vermehrt über die offenen Flanken zu Chancen. Besonders hervorzuheben ist einmal mehr Melanie Behringer, die durch dieses Spiel ihre Position in der Stammelf gesichert haben dürfte. Eines ihrer schlechteren Spiele zeigte dagegen Birgit Prinz, die in der 56. Minuten Alexandra Popp weichen musste.
Die Kandierinnen schienen nun mehr und mehr auch kräftemäßig ihre Grenzen erreicht zu haben, zahlreiche Gelegenheiten und Chancen ergaben sich für das deutsche Team. Gleich mehrfach wurde das kanadische Aluminium zur besten Torhüterin, z.B. als Alexandra Popp aus gut 20 Metern nur die Latte traf (65. Minute).
In der 66. Minute traf Garefrekes bei einer Direktabnahme aus wenigen Metern das offene Tor nicht.
In der 77. Minute prüfte Simone Laudehr erneut den kanadischen Pfosten und in der 79. Minute scheiterte die für Okoyino da Mbabi eingewechselte Inka Grings an Torhüterin McLeod. Die Überlegenheit der Deutschen und offensichtlich nur noch kraftlos verteidigende Kanadier ließen Bundestrainerin Neid in der 71. Minute Lira Bajramaj für Melanie Behringer bringen, um mit dem 3 : 0 endlich alles klar zu machen - doch Bajramaj wurde wie in schon den Testspielen offensichtlich mit dem wachsenden Druck auf ihre Person nicht fertig, was tragischerweise den Druck auf diese Ausnahmespielerin wohl noch erhöhen wird.

Deutschland hätte bereits 3 : 1 oder 4 : 1 führen müssen, als die Kanadierinnen in der 82. Minute von der nicht immer überzeugenden australischen Schiedsrichterin Melksham einen Freistoß aus gefährlicher Distanz zugesprochen bekamen. Christine Sinclair, bereits mit einer gebrochenen Nase unterwegs, verpasste mit ihrem unhaltbaren Schuss dem deutschen Team den ersten Gegenreffer bei einer WM seit 2003. Nun schienen die zuvor schon abgeschlagen wirkenden Nordamerikanerinnen noch einmal Morgenluft zu wittern. In der 85. Minute tauchte Zurrer noch einmal mutterseelenallein vor Angerer auf, bekam den Ball aber nicht unter Kontrolle. In der Schlussphase setzte es dann auch noch zwei gelbe Karten für Laudehr und Krahn, während die nicht minder einsteigenden Kanadierinnen leer ausgingen - Kriegsglück für dieses Team, dass gegen Frankreich um den Einsatz ihrer besten Spielerin Sinclair bangen muß.

Mein Bild des Spiels: Das 2-0 durch Okoyino da Mbabi
Okoyino da Mbabi auf dem Weg zum 2 : 0, verfolgt von Zurrer (2) und Schmidt (13).

Der WM-Einstand der Deutschen war durchwachsen, die Gastgeber-Rolle offenbar noch eine Belastung. Erstaunlich, dass ausgerechnet die erfahrene Birgit Prinz kaum in Fahrt kam. Die Pässe von der Abwehr nach vorn waren ebenfalls extrem unpräzise. Bestnoten verdienten sich Okoyino da Mbabi, Garefrekes und Behringer, auch Kulig überzeugte durchaus. Von den Eingewechselten konnte sich nur Popp nachdrücklich empfehlen.
Natürlich war der Sieg am Ende hochverdient, aber das Team war nach dem Tor von Sinclair nicht weit entfernt von einem klassischen Fehlstart. Nun waren die Kanadierinnen kaum ein Maßstab für die Teams, die später noch kommen werden. Man darf aber hoffen, dass die deutsche Frauschaft sich gegen Nigeria steigern wird. Für den Afrikameister geht es nämlich am Donnerstag schon um Sein oder Nichtsein.

So spielte die deutsche Mannschaft:

Nadine Angerer
Linda BresonikAnnike KrahnSaskia BartusiakBabett Peter
Kim KuligSimone Laudehr
Kerstin GarefrekesBirgit Prinz
Alexandra Popp (56.)
Melanie Behringer
Lira Bajramaj (71.)
Celia Okoyino da Mbabi
Inka Grings (65.)

Tore: 1 : 0 Kerstin Garefrekes (10.), 2 : 0 Celia Okoyino da Mbabi (42.), 2 : 1 Christine Sinclair (82.)

Kanada spielte mit:
McLeod - Wilkinson, Zurrer, Chapman, Nault (Gayle 46.) - Matheson, Kyle (Parker 46.), Schmidt, Filigno - Tancredi (Timko 80.), Sinclair.


Die Testspiele der deutschen Frauen-Nationalmannschaft 2011

Vier Testspiele sollten die deutsche Auswahl auf die WM vorbereiten: Gegen die WM-Teilnehmer Nordkorea und Norwegen sowie gegen den Weltranglistenelften Italien und die Niederlande. Die Tests waren erfolgreich, vier Siege mit 15 : 0 Toren sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in keinem der Spiele die Abwehr richtig gefordert wurde.
Silvia Neid zeigte, dass die Doppelsechs mit Kulig und Laudehr wohl gesetzt ist.
In der Abwehr ließ sie leicht variieren, doch sollten auch Babett Peter, Saskia Bartusiak und LInda Bresonik die Stammspieler sein. Bei Annike Krahn steht für mich noch ein Fragezeichen, einige Unsicherheiten waren nicht zu übersehen.
Die meisten Rochaden gab es in der Offensive, wo mit Celia Okoyino da Mbabi wahrscheinlich eine flexible Erstbesetzung für jede Offensivposition gefunden wurde. Birgit Prinz steht nach wie vor außer Frage, desgleichen Kerstin Garefrekes. Die Ausscheidung für die Position auf dem linken Flügel sollte die kraftvolle Melanie Behringer gegenüber der eher glücklosen Fatmire Bajramaj für sich entschieden haben.
Die Spitzen-Position läuft vermutlich auf eine halbzeitliche Teilung zwischen Inka Grings und der Tor-Kanone Alexandra Popp hinaus. Popp traf in der Vorbereitung immerhin fünfmal, Grings nur einmal.


21. 5. 2011 in Ingolstadt
DEUTSCHLAND - NORDKOREA
2 - 0


Deutschland:

Nadine Angerer
Verena FaißtAnnike Krahn
(74) Babett Peter
Saskia Bartusiak
(46) Lena Goeßling
Linda Bresonik
Kim KuligSimone Laudehr
(64) Ariane Hingst
Fatmire Bajramaj
(64) Melanie Behringer
Birgit Prinz
(74) Martina Müller
Kerstin Garefrekes
Alexandra Popp
(46) Celia Okoyino da Mbabi


Nordkorea:Myong Hui Hong - Un Byol Ho (67. Sol Hui Paek), Jong Sun Song, Su Gyong Kim (28. Hyon Hi Yun, 61. Song Hwa Kwon Gelb, 89. Chung Sim Kim), Un Sim Ra, Yo Mi Jo, Ye Gyong Ri, Myong Hwa Jon (77. Mi Gyong Choe), Un Ju Kim (67. Myong Gum Kim), Pok Sim Jong, Un Hyang Ri

Tore: 1: 0 Kim Kulig (59. Foulelfmeter), 2 : 0 Celia Okoyino da Mbabi (85.)

Schiedsrichter: Tanja Schett (Österreich)


3. 6. 2011 in Osnabrück
DEUTSCHLAND - ITALIEN
5 - 0


Deutschland:

Nadine Angerer
Linda BresonikAnnike KrahnSaskia Bartusiak
(46) Lena Goeßling
Babett Peter
Kim Kulig
(67) Ariane Hingst
Simone Laudehr
Melanie Behringer
(46) Fatmire Bajramaj
Birgit Prinz
(46) Celia Ohoyino da Mbabi
Kerstin Garefrekes
(67) Martina Müller
Inka Grings
(46) Alexandra Popp

Italien: Anna Maria Picarelli - Elisabetta Tona, Laura Neboli, Sara Gama Gelb (72. Alia Guagni), Roberta D'Adda, Alessia Tuttino Gelb, Marta Carissimi, Elisa Camporese (59. Carolina Pini, 86. Alice Parisi), Patrizia Panico (63. Daniela Sabatino), Melania Gabbiadini, Giulia Domenichetti


Tore: 1 : 0 Roberta D'Adda (32. Eigentor), 2 : 0 Alexandra Popp (47.), 3 : 0 Kim Kulig (62.), 4 : 0 Celia Okoyino da Mbabi (69.), 5 : 0 Alexandra Popp (77.)

Schiedsrichter: Alexandra Iringova (England)


7.6. 2011 in Aachen
DEUTSCHLAND - NIEDERLANDE
5 - 0


Deutschland:

Nadine Angerer
Bianca SchmidtAnnike Krahn
(46) Lena Goeßling
Saskia BartusiakBabett Peter
Kim KuligSimone Laudehr
(62) Ariane Hingst
Fatmire Bajramaj
(46) Melanie Behringer
Birgit Prinz
(46) Alexandra Popp
Kerstin Garefrekes
(46) Inka Grings
Celia Okoyino da Mbabi
(75) Martina Müller


Niederlande: Loes Geurts - Dyanne Bito Gelb, Manoe Meulen (46. Leonne Stentler), Mandy van den Berg Gelb, Petra Hogewoning (46. Claudia van den Heiligenberg), Anouk Hoogendijk, Sherida Spitse, Renée Slegers (66. Chantal de Ridder), Sylvia Smit (76. Marije Brummel), Marlous Pieete (55. Kirsten van de Ven) - Manon Melis


Tore: 1 : 0 Celia Okoyino da Mbabi (15.), 2 : 0 Simone Laudehr (43.), 3 : 0 Alexandra Popp (71.), 4 : 0 Kim Kulig (75.), 5 : 0 Inka Grings (87.)

Schiedsrichter: Alexandra Iringova (England)


16. Juni 2011 in Mainz
DEUTSCHLAND - NORWEGEN
3 - 0


Deutschland:

Nadine Angerer
Linda BresonikAnnike Krahn
(72) Lena Goeßling
Saskia BartusiakBabett Peter
Kim Kulig
(82) Ariane Hingst
Simone Laudehr
Kerstin Garefrekes
(46) Melanie Behringer
Birgit Prinz
(46) Fatmire Bajramaj
Celia Ohoyino da Mbabi
(72) Martina Müller
Inka Grings
(46) Alexandra Popp


Norwegen: Hjelmseth (46. Skarbo) - Skammelsrud, Lund, Mjelde Gelb, Berge (76. Vikestad), Mienna - Haavi (69. Ryland), Rönning (69. Ims), Woods (46. Stensland), Herlovsen (46. Larsen Kaurin), Giske (61. Mykjaland) - Pedersen


Tore: 1 : 0 Simone Laudehr (79.), 2 : 0 Alexandra Popp (81.), 3 : 0 Alexandra Popp (83.)

Schiedsrichter: Una Hong (Südkorea)

Am 16. Juni traf das deutsche Team im letzten Vorbereitungsspiel auf Norwegen, Weltmeister von 1995 und Olympiasieger von Sidney 2000. Die aktuelle Nummer 9 der Weltrangliste ist traditionell ein unbequemer Gegner der deutschen Elf. Um es vorwegzunehmen: Das norwegische Spiel enttäuschte, besonders in der Offensive. Man darf annehmen, dass sich die Bundestrainerin von diesem letzten Testspiel sehr viel mehr versprochen hatte. Offensiv aber waren die Skandinavierinnen annähernd ein Totalausfall, womit Silvia Neid ein wirklich ernsthafter Test ihrer Abwehr in der Vorbereitung praktisch fehlt. Wie schon gegen Italien (5 : 0) und die Niederlande (5 : 0) zuvor gab es zwei ziemlich unterschiedliche Halbzeiten der deutschen Elf zu sehen, was sicher nicht zuletzt daran lag, dass Neid in der Offensive jeweils mit den "Oldies" Prinz und Grings startete, um in der zweiten Halbzeit mit der jungen Garde um Alexandra Popp Sturm zu laufen. Möglicherweise werden wir eine ähnliche Vorgehensweise in den Vorrundenspielen der WM sehen, denn ich hatte in den Vorbereitungspielen den Eindruck, dass der Gegner jeweils in der ersten Halbzeit "weichgeklopft" wurde, um dann in der zweiten Halbzeit die Früchte dieses Vorgehens von den "Jungen" ernten zu lassen.


Frauen WM 2011 Deutschland: Die große Rückschau:

Copyright Thomas Siebe © 2011

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