Spielbericht Deutschland Kanada - Frauen-Fußball-WM Deutschland 2011
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6. Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland
vom 26. Juni bis 17. Juli 2011

 

Eröffnungspiel 6. Fußball-WM Deutschland 2011 am 26. Juni in Berlin


Deutschland schlägt im Eröffnungsspiel Kanada mit 2 : 1 (2 : 0)


Der Weltmeister startete mit einem glanzlosen Pflichtsieg in die WM im eigenen Lande. Die Frauen von Silvia Neid konnten über die gesamte Distanz gegen relativ harmlose Kanadierinnen ihre Nervosität nicht ablegen. Die deutsche Elf offenbarte dabei Schwächen im präzisen Zuspiel, in der Ballkontrolle und im Torabschluss. Offenbar ist der durch die Heim-WM hervorgerufene öffentliche Druck noch eine Belastung.

Für eine kleine Überraschung in der Aufstellung sorgte die Bundestrainerin in der Offensive. Allgemein hatte man erwartet, dass entweder Celia Okoyino da Mbabi oder Melanie Behringer spielen würden. Das beide gleich zu Beginn zum Einsatz kommen würden, war aber konsequent im Hinblick auf die hervorragenden Leistungen der beiden Spielerinnen in der Testphase. Routinier Inka Grings mußte deswegen vorerst die Bank drücken. Ansonsten entsprach die Aufstellung den Erwartungen.
Die Deutschen begannen nervös, viele Fehler im Abspiel und bei der Ballkontrolle signalisierten eine Reaktion auf den Trubel zuvor und die riesige Kulissen von über 73000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion.
In der 6. Minute gab es das erste Loch in der Viererkette und die bei Kanada herausragende Christine Sinclair tauchte allein vor Angerer auf, jagte den Ball aber weit über das Tor.

Deutschland - Kanada: 6. Minute Chance durch Christine Sinclair
Chance durch Christine Sinclair (Kanada) in der 6. Minute

Eine Schwäche in der kanadischen Abwehr sorgte in der 10. Minute für die erste deutsche Großchance, als Kerstin Garefrekes, eine der überragenden Akteurinnen, halbrechts in der Strafraum durchbrach, aber aus spitzem Winkel an der überraschend für Leblanc spielenden kanadischen Torhüterin McLeod scheiterte. Nur 30 Sekunden später aber konnte Garefrekes eine Flanke Babett Peters von der linken Seite nützen, um per Kopfball das 1 : 0 zu markieren.

Deutschland - Kanada: Das 1-0 durch Kerstin Garefrekes
1 : 0

Die Führung gab dem deutschen Team aber weder mehr Sicherheit im Pass-Spiel noch beeindruckte sie das kanadische Team. Gelegenheiten wie z.B. eine verunglückte Direktabnahme im kanadischen Strafraum durch Annike Krahn wechselten mit zahlreichen Ballverlusten im Mittelfeld, wo sich die Kanadier als energische Zweikämpferinnen erwiesen. In der 20. Minute sorgte eine scharfe, gefährliche Hereingabe durch Matheson für Gefahr vor dem deutschen Tor. In der 29. Minute konnte Angerer durch eine Parade nach einem 22-Meter-Schuss von Schmidt glänzen. In der 33. Minute verfehlte ein Kulig-Kopfball das kanadische Tor knapp.
In der 42. Minute rückte dann die kanadische Abwehr nicht schnell genug auf, Celia Okoyino da Mbabi bekam nicht im Abseits stehend den Ball und verwandelte ohne Probleme zum 2 : 0. Sie krönte damit ihre ausgezeichnete Leistung in der ersten Halbzeit, in der sie neben Kerstin Garefrekes die beste Spielerin war.

Deutschland - Kanada: Das 2-0 durch Okoyino da Mbabi
2 : 0

Auch in der zweiten Halbzeit glänzte Okoyino da Mbabi schon kurz nach Wiederbeginn durch einen Spurt in den kanadischen Strafraum, kam aber nicht mehr an den Ball. Die Kanadierinnen, auf zwei Positionen verändert, konzentrierten sich nunmehr auf die Mitte und die Deutschen kamen vermehrt über die offenen Flanken zu Chancen. Besonders hervorzuheben ist einmal mehr Melanie Behringer, die durch dieses Spiel ihre Position in der Stammelf gesichert haben dürfte. Eines ihrer schlechteren Spiele zeigte dagegen Birgit Prinz, die in der 56. Minuten Alexandra Popp weichen musste.
Die Kandierinnen schienen nun mehr und mehr auch kräftemäßig ihre Grenzen erreicht zu haben, zahlreiche Gelegenheiten und Chancen ergaben sich für das deutsche Team. Gleich mehrfach wurde das kanadische Aluminium zur besten Torhüterin, z.B. als Alexandra Popp aus gut 20 Metern nur die Latte traf (65. Minute).
In der 66. Minute traf Garefrekes bei einer Direktabnahme aus wenigen Metern das offene Tor nicht.
In der 77. Minute prüfte Simone Laudehr erneut den kanadischen Pfosten und in der 79. Minute scheiterte die für Okoyino da Mbabi eingewechselte Inka Grings an Torhüterin McLeod. Die Überlegenheit der Deutschen und offensichtlich nur noch kraftlos verteidigende Kanadier ließen Bundestrainerin Neid in der 71. Minute Lira Bajramaj für Melanie Behringer bringen, um mit dem 3 : 0 endlich alles klar zu machen - doch Bajramaj wurde wie in schon den Testspielen offensichtlich mit dem wachsenden Druck auf ihre Person nicht fertig, was tragischerweise den Druck auf diese Ausnahmespielerin wohl noch erhöhen wird.

Deutschland hätte bereits 3 : 1 oder 4 : 1 führen müssen, als die Kanadierinnen in der 82. Minute von der nicht immer überzeugenden australischen Schiedsrichterin Melksham einen Freistoß aus gefährlicher Distanz zugesprochen bekamen. Christine Sinclair, bereits mit einer gebrochenen Nase unterwegs, verpasste mit ihrem unhaltbaren Schuss dem deutschen Team den ersten Gegenreffer bei einer WM seit 2003. Nun schienen die zuvor schon abgeschlagen wirkenden Nordamerikanerinnen noch einmal Morgenluft zu wittern. In der 85. Minute tauchte Zurrer noch einmal mutterseelenallein vor Angerer auf, bekam den Ball aber nicht unter Kontrolle. In der Schlussphase setzte es dann auch noch zwei gelbe Karten für Laudehr und Krahn, während die nicht minder einsteigenden Kanadierinnen leer ausgingen - Kriegsglück für dieses Team, dass gegen Frankreich um den Einsatz ihrer besten Spielerin Sinclair bangen muß.

Mein Bild des Spiels: Das 2-0 durch Okoyino da Mbabi
Okoyino da Mbabi auf dem Weg zum 2 : 0, verfolgt von Zurrer (2) und Schmidt (13).

Der WM-Einstand der Deutschen war durchwachsen, die Gastgeber-Rolle offenbar noch eine Belastung. Erstaunlich, dass ausgerechnet die erfahrene Birgit Prinz kaum in Fahrt kam. Die Pässe von der Abwehr nach vorn waren ebenfalls extrem unpräzise. Bestnoten verdienten sich Okoyino da Mbabi, Garefrekes und Behringer, auch Kulig überzeugte durchaus. Von den Eingewechselten konnte sich nur Popp nachdrücklich empfehlen.
Natürlich war der Sieg am Ende hochverdient, aber das Team war nach dem Tor von Sinclair nicht weit entfernt von einem klassischen Fehlstart. Nun waren die Kanadierinnen kaum ein Maßstab für die Teams, die später noch kommen werden. Man darf aber hoffen, dass die deutsche Frauschaft sich gegen Nigeria steigern wird. Für den Afrikameister geht es nämlich am Donnerstag schon um Sein oder Nichtsein.

So spielte die deutsche Mannschaft:

Nadine Angerer
Linda BresonikAnnike KrahnSaskia BartusiakBabett Peter
Kim KuligSimone Laudehr
Kerstin GarefrekesBirgit Prinz
Alexandra Popp (56.)
Melanie Behringer
Lira Bajramaj (71.)
Celia Okoyino da Mbabi
Inka Grings (65.)

Tore: 1 : 0 Kerstin Garefrekes (10.), 2 : 0 Celia Okoyino da Mbabi (42.), 2 : 1 Christine Sinclair (82.)

Kanada spielte mit:
McLeod - Wilkinson, Zurrer, Chapman, Nault (Gayle 46.) - Matheson, Kyle (Parker 46.), Schmidt, Filigno - Tancredi (Timko 80.), Sinclair.


Vorbericht zum Kanada-Spiel

Am 15. September 2010 trafen Deutschland und Kanada in Dresden zum letzten Mal aufeinander. Deutschland gewann damals 5 : 0 durch Tore von Inka Grings (2. - Foulelfmeter), Fatmire Bajramaj (54.), Alexandra Popp (76.), Melanie Behringer (79.) und Celia Okoyino da Mbabi (83.).
Das Spiel zeigte damals eine recht offensivschwache kanadische Elf, die aber wenigstens in der ersten Halbzeit die deutsche Offensive vor einige Probleme stellte und sogar durch Kelly Parker eine Riesenchance zum Ausgleich hatte. In der zweiten Hälfte kam mit Behringer, da Mbabi und Bajramaj frischer Wind und eine drückende deutsche Überlegenheit, doch blieben Chancen rar. Nach dem 2 : 0 verflachte die Partei, doch wie schon so oft ließen dann des Gegners Kräfte nach und das deutsche Team erhöhte innerhalb von 7 Minuten von 2 : 0 auf 5 : 0, ein oft wiederkehrendes Muster in der deutschen Offensive.
Damals spielten in der Anfangself (fett hervorgehoben Spielerin des WM-Kaders) :

Nadine Angerer , Sonja Fuss, Lena Goeßling (82. Josephine Henning), Saskia Bartusiak, Babett Peter, Kim Kulig, Simone Laudehr (46. Ariane Hingst) Lira Bajramaj (65. Alexandra Popp), Birgit Prinz (46. Celia Okoyino da Mbabi), Kerstin Garefrekes (46. Anja Mittag) Inka Grings (46. Melanie Behringer)

Mit welcher Elf wird Silvia Neid gegen Kanada starten ?
Sicher ist natürlich die Position der Torfrau, Nadine Angerer könnte wohl nur durch Verletzung an ihrer Teilnahme gehindert werden.
In der Verteidigung werden wahrscheinlich Linda Bresonik, Annike Krahn, Saskia Bartusiak und Babett Peter beginnen, wobei Annike Krahn noch immer eine Wackelkandidatin ist.
Das Mittelfeld mit Kim Kulig und Simone Laudehr hat sich auch in den letzten Testspielen bewährt und dürfte außer Zweifel stehen.
Im Angriff hat Silvia Neid eine Vielzahl von Möglichkeiten und Variationen. Sicher werden wohl die Positionen von Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes sein.
Celia Okoyino da Mbabi hat sich in den Testspielen sowohl in der Spitze wie auch dahinter bewährt.

Celia Okoyino da Mbabi
Celia Okoyino da Mbabi

Und vermutlich wird die Bundestrainerin wie im Norwegen-Spiel mit Inka Grings beginnen, obwohl diese gegen Norwegen noch nicht so zündete, wie man das von ihr kennt.
Die Verletzungsgerüchte um Melanie Behringer wurden beim letzten Training im Olympiastadion, wo sich die Offensivkraft auf dem linken Flügel ganz normal bewegte, wohl widerlegt. Deswegen könnte Behringer, die zuletzt in der Testphase brillierte, ebenfalls morgen in der Startelf stehen.
Auf die Aufstellung in der Offensive darf man sehr gespannt sein.


DEUTSCHLAND - KANADA , Sonntag 18:00

Die vermutliche Anfangself:
Nadine Angerer
Linda BresonikAnnike KrahnSaskia BartusiakBabett Peter
Kim KuligSimone Laudehr
Kerstin GarefrekesBirgit PrinzCelia Okoyino da Mbabi
Inka Grings

Kanada wird zum WM-Auftakt sicher ein härterer Gegner als im letzten Spiel 2010. So schlug die kanadische Elf zuletzt in der Vorbereitung Ende Mai bis Mitte Juni die Niederlande (2 : 0), Ungarn (1 : 0) und am 14. Juni Nordkorea mit 2:0.
Allerdings endeten bisher alle neun Begegnungen zwischen den beiden Frauen-Fußball-Nationen mit einer Niederlage der Kanadierinnen.
Mit Christine Sinclair verfügt Kanada über eine recht erfolgreiche Torjägerin, die aber zuletzt Ladehemmung hatte. Kanadas Trainerin Morace signalisierte bereits eine eher defensive Aufstellung ihres Teams. Trotzdem ist für mich schwer vorstellbar, dass die Kanadierinnen in diesem ersten WM-Spiel wieder betont defensiv auftreten werden, ging es doch beim letzten Mal nicht besonders gut aus. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Kanada wesentlich offensiver agieren wird und z.B. gleich mit ihrem Supertalent Christina Julien auflaufen werden.

Christine Sinclair
Christine Sinclair

Die vermutliche Anfangself Kanadas:
Stephanie Leblanc
Marie-Eve NaultEmily ZurrerRobyn GayleRhian Wilkinson
Carmelina Moscato
Diane MathesonKelly Parker
Kaylin KyleChristine Sinclair
Christina Julien
Schiedsrichterin wird Jacqui Melksham (Australien) sein.


Frauen WM 2011 Deutschland: Die große Rückschau:

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