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DIE FERNSEHKRITIK

Big Brother - The Battle

Impressionen aus dem Müllcontainer

Big Bother - The Dösbattles (Englisch Für Dummies: Große Plage - Die Hohlraumversiegelten)

Als ich jüngst nach Deutschland zurückkehrte, traute ich meinen Augen kaum: Erneut hat das RTL-Imperium eine Big Boring Bomb mit dem Titel "Big Brother - The Battle" fehlgezündet. Mein Schrecken war groß, scheint die Staffel doch zu belegen, daß die Pisa-Studie viel zu spät kam. Nach der Karaokeoffensive der Bohlenfrischfleischtruppe stellt der BB-Anschlag den nächsten Versuch da, Werbung in inhaltslose Bilder zu verpacken und mit Inkompetenz und Dümmlichkeit zu umwickeln. Dabei ist der BB-Truppe keine Anbiederung zu schleimig, keine Aktion zu peinlich und kein Gesicht zu verbraucht. Das Rezept von Unterhaltung = Nutzviehhaltung geht aber immer noch auf, obwohl die Werbemaschine nicht mehr auf spektakuläre Proteste gegen die unfruchtbare Legebatterie in Köln zurückgreifen kann. Zu offensichtlich ist, daß Hühner mehr Schutz verdienen als die BB-Auswahl aller Hohlraumversiegelten des deutschsprachigen Raumes. In diesem Kontext von Verletzungen der Menschenwürde zu sprechen würde der Würde des Menschen nicht gerecht.

Die Auslese unter den Gehirnakrobaten der Nation trifft aber dennoch den Zuschauer an seiner empfindlichsten Stelle (sieht man von den Weichteilen ab): Dem Konsum von Bedeutungslosigkeiten. Die schlichte Einblendung eines billigeren Aquariums mit 12 Fischen wäre jedoch zu offensichtlich gewesen, hätte es den Kiemenatmern doch an Geltungsdrang, Mediengeilheit und Asoziabilität gemangelt. Zudem kann Fischfleisch nur unvollkommen mit Stringtangas entkleidet, mit Muskeln gebodybuildet oder mit Geistlosigkeit talentiert werden.

Letzterer sollte im Container durch Wettbewerbe oder neuhochdeutsch: Battles entgegengewirkt werden. Einige Battles demaskierten jedoch die Barackenbewohner als fingerzählende Dummschwätzer, die selbst mit den häppchenweise zugeführten Aufgaben aus einem IQ-Test für Vorschulkinder überfordert sind. So scheiterten zwei Kandidaten an einer Frage vom Typ: Was ist schwerer: 1 kg Federn oder 1 kg Eisen ? Oder: Die Frage nach der Augenzahl eines Würfels gerät zu fehlerhaften, wenngleich rührenden psychomotorischen Fingerübungen.

Auch die Adaption aller möglichen Funsportarten wird durch neuerfundene Sportarten in alten Asiletten konterkariert, z.B. political correct heucheling und empty brain furzing. Der Anspruch auf jegliche Repräsentanz der BB-Gruppe - auch wenn der Quotenausländer, die Quotenfarbige, die Stripperin und die Glatzenträger inside sind - verfällt spätestens bei der Entscheidung der Besatzung des Raumschiffs Müllcontainer, 5 Minuten auf einer Promiseite zu surfen anstatt sich mit einem Blick bei Spiegel Online über den Verlauf des Irak-Krieges oder der SARS-Seuche zu unterrichten. BB bevorzugt also BB (Boris Becker) vor BB (Bombing Bush) - ein herber Rückschlag für den amerikanischen Präsidenten, der nicht einmal das Interesse der dümmsten Deutschen wecken konnte. Wer also nicht gegen Bush ist in Deutschland, ist nicht einmal für ihn. Bei der Bevölkerung war der Krieg hingegen bekanntlich ein Quotenrenner.

Während also die selbsternannte Containerelite ihres Semi-Promi-Daseins nach BB harrt, dürfen sie im Haus schon einmal die späteren Rollen vorwegnehmen, indem sie Gewinner und Verlierer, Arm und Reich spielen. Die ach so großen Ungerechtigkeiten zwischen den beiden Hälften des Hauses sollten zum zumindest verbalen Möchtegern-Prä-Semi-Promi-Boxen animieren, verfehlten aber ihr Ziel gleich doppelt: Weder heißt Armut, daß man auf Stroh schlafen und auf´s Chemiklo gehen muß noch kann man aus geistiger Armut unterhaltende Konflikte produzieren.

Die geistige Armut wiederum hat in den letzten deutschen Medienjahren etwas produziert, was man in gewisser Weise mit tatsächlicher Armut vergleichen kann. In schwerer realer Armut entsteht sogenannter "Survival Sex", eine schreckliche Form körperlicher Prostitution, ein Verkauf des Körpers, um zu überleben.

In den Massenmedien ist infolge kreativer und geistiger Armut ein Phänomen gewachsen, daß ich als Containerprostitution bezeichnen möchte, in seligem Angedenken an die erste Big Brother Staffel und den 3 Monaten des Slatko. Gemäß diesem Phänomen suchen die Produktionen mediengeile Leute, die sich ganz verkaufen, um sie an den Freier Publikum zu verscherbeln. Da die geistige Armut auf dem Straßenstrich der privaten Sender besonders groß ist, erscheint das Reservoir an billigen Containerprostituierten besonders groß, die Ausbeutung ist entsprechend exzessiv, der geistige Sex entsprechend roh und dreckig. In dieser Hinsicht ist das Leitthema der jetzigen Staffel genauso treffend wie die Songtexte von Dieter-Bohlen-Produktionen, der einmal doziert hat, man könne die Musik nicht neu erfinden.

Der Verkauf des Bohlen-Buches hätte uns eigentlich warnen sollen, daß diese BB-Staffel nur einer von vielen kombinierten Anschlägen privater Massenmedien auf unsere audiovisuellen Sinne ist. Wenn Bohlen, Endemol und Co. mit uns fertig sind und uns so richtig zugemüllt haben, dann werden uns vielleicht Blinde und Taube erklären müßen wie die Welt aussieht - fragen Sie die Bush-Administration !

Und zu diesem Thema kann ich mir diesen minderen Gedankenblitz nicht verkneifen:
Haltet endlich ein, ihr Deppen !
Seid ihr gar nicht mehr zu retten ?
Finanziert mit euren Handykosten die Möchtegerne, die im Container rosten !?
Diese Schmalspurunterhaltung ist doch lediglich Zuschauerverwaltung.
Ihr vertelefoniert euer ganzes Geld für eine geistig arme Medienwelt.
Sie nehmen euch unglaublich frech euren Anspruch (auf Niveau) weg.
Bei Anruf weit´re Medien-Qual - ist das wirklich eure Wahl ?
Diese Sendungen sind wie dieses "Gedicht"
und damit von wenig geistigem Gewicht
und wer jetzt noch weiter liest
hat sich schon das Niveau vermiest !

Copyright Thomas Siebe © 2003

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